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Wendung zum Guten für möglich halten
Thomas Hofer hält Andacht am Atommülllager Asse II
Wolfenbüttel (epd). Der stellvertretende braunschweigische Landesbischof Thomas Hofer hat trotz fehlender Lösungen für das marode Atommülllager Asse vor Resignation gewarnt. „Wir sollten es immer für möglich halten, dass sich etwas zum Guten wendet“, sagte der er am 21. März bei der 71. ökumenischen Asse-Andacht. „Darum stehen wir heute hier mit unseren Klagen, mit unserer Sorge, aber auch mit unserer Hoffnung und unserer Tatkraft.“
Die Asse-Andachten seien wichtig, um den schlechten Nachrichten nicht die Macht über die Menschen zu geben, mahnte Hofer. „Es gibt keinen Stillstand im Guten.“ Die Menschen müssten einen wesentlichen Teil ihrer Kräfte und Ressourcen in die Erneuerung des Lebens stecken.
Die Asse-Andachten werden seit 2008 viermal jährlich gefeiert. Am Gelände des maroden Atommülllagers gibt es Lieder und Gebete, Teilnehmende mahnen in Redebeiträgen einen verantwortungsvollen Umgang mit radioaktiven Abfällen an.
In das frühere Salzbergwerk Asse II bei Remlingen wurden zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit radioaktiven und chemischen Abfällen eingelagert oder abgekippt. Weil die Grube instabil ist und mit Wasser vollzulaufen droht, sollen die Behälter nach Möglichkeit geborgen und an die Oberfläche gebracht werden. Die Nachbarschächte Asse I und Asse III waren schon früher vollgelaufen und aufgegeben worden.